Rezension zu Selection von Kiera Cass

Selection  - Kiera Cass

Ich fand dieses Buch wirklich, wirklich toll! Wer auch immer hier eine bedeutungsvolle, tiefgründige Dystopie erwartet, wird höchstwahrscheinlich ziemlich enttäuscht sein. “Selection” ist eher eine Kreuzung aus Märchen und Der Bachelor mit einem dystopisch-angehauchten Setting und kein durch und durch dystopischer Roman.

Was ich meine, ist dass dieser Roman zwar in einer futuristischen Welt bzw. Gesellschaft spielt, diese allerdings nicht unbedingt die gängigen Kriterien für eine Dystopie erfüllt, denn die Unterdrückung durch eine böse Regierung fehlt hier dann doch irgendwie, auch wenn die gesamte Gesellschaft ziemlich kaputt ist.

Es gibt also einige mehr oder weniger dystopische Elemente, z.B. das bereits erwähnte futuristische Setting und die große Armut in der Bevölkerung und diese Aspekte sind gerade für die Protagonistin America sehr relevant, die Geschichte selbst fokussiert diese Teile des Settings allerdings eher weniger.

Ich mochte America auf Anhieb. Sie ist stark und selbstlos und gleichzeitig ziemlich dickköpfig, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, was sie haben möchte oder nicht. Auch die anderen Charaktere waren großartig und wirklich sympathisch. Die meisten davon sind nicht das, was sie eigentlich zu sein scheinen und entwickeln sich zu wirklich tiefgründigen und komplexen Charakteren.

Der Plot war teilweise wirklich ziemlich vorhersehbar, es gibt allerdings auch immer wieder unerwartete Überraschungen. Die ganze Dreiecksbeziehung gehörte zu den vorhersehbaren Teilen und ich habe wirklich gehofft, dass Aspen sich einfach in Americas Zofe Lucy verlieben würde, aber das war wohl nichts…

Und eine weitere Sache, die ich wirklich nicht toll fand, war dieses verdammte Ende! Dieser schreckliche, grauenhafte Cliffhanger! Ansonsten ist dieses Buch wirklich großartig für alle, die auch der Suche nach einer Prinzessinengeschichte mit dystopischem Hintergrund sind und nicht allzu viel von diesem Buch erwarten bzw. von seinem dystopischen Hintergrund.

Quelle: http://anima-libri.de/rezension/kiera-cass-selection