Ein nettes Buch für zwischendurch

Carpe Somnium - Andy Marino

So ganz hat es bei mir mit diesem Buch leider nicht geklappt. Zwar haben mich Cover und Inhaltsangabe von “Carpe Somnium” auf Anhieb begeistert, die Geschichte selbst konnte dann aber leider nicht mehr mit meinen Erwartungen mithalten.

Das Setting, das Andy Marino in diesem Roman entwirft, fand ich wirklich faszinierend. Anhand der Beschreibungen kann man sich wirklich gut vorstellen, wie es in der Welt von Mistletoe und Ambrose aussieht. Gegenüber den riesigen Atmoscrapern würden unsere heutigen “Skyscraper” geradezu lächerlich winzig aussehen und auch die Unterstadt hatte ich lebhaft vor Augen, als ich darüber gelesen habe.

Ähnlich erging es mir mit den Schilderungen des sozialen Netzwerks Unison, das hier auf geradezu bedrückend eindringliche Art und Weise geschildert wird. Das ganze wird so greifbar, dass man sich wirklich erschreckend gut vorstellen kann, wie aus unserer heutigen Gesellschaft die wird, die in diesem Buch geschildert wird.

Leider konnten mich aber weder Geschichte noch Charaktere überzeugen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der beiden 15-Jährigen, Mistletoe und Ambrose, und die fand ich als Charaktere, gerade im Vergleich zu der Szenerie, doch sehr blass und eindimensional. Dazu kommt eben, dass die Geschichte, die diese Beiden als Ich-Erzähler schildern, teilweise recht sprunghaft ist und es immer wieder einige Lücken oder völlig unerwartete Gedankensprünge gibt, sodass der Lesefluss leider erheblich gestört wird.

Alles in allem finde ich “Carpe Somnium” von der Idee her wirklich gut, an der Umsetzung hapert es aber leider deutlich. Ein nettes Buch für zwischendurch, mehr aber auch nicht.

Quelle: http://anima-libri.de/rezension/andy-marino-carpe-somnium