Düster und magisch!

Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe  - Kami Garcia

Um meinem eigenen Vorsatz treu zu bleiben, keine Literaturverfilmungen zu schauen, ohne vorher das zugehörige Buch gelesen zu haben, habe ich mich, trotz einiges Widerwillens, auch an “Beautiful Creatures” versucht. Widerwillig, weil ich mich vor ewigen Zeiten schon einmal am englischen Original versucht habe und damals keine 50 Seiten weit gekommen bin. Warum kann ich gar nicht mehr sagen, aber das hat es mir jedenfalls sehr schwer gemacht, mit diesem Buch warm zu werden. Dabei hat sich “Beautiful Creatures” als wirklich klasse herausgestellt und jetzt bin ich noch gespannter als eh schon auf die Verfilmung.

 

Der erste deutliche Unterschied, der dieses Buch im Vergleich zu anderen 08/15-YA-Fantasy-Romanzen auszeichnet, ist die Tatsache, dass es hier einmal keine ProtagonistIN gibt, sondern der Hauptcharakter, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, männlich ist. Einerseits finde ich es toll, dass man hier endlich einmal ein wenig Abwechslung geboten bekommt, andererseits hat es mir das schwierig gemacht, mich in die Geschichte einzulesen, da ich eine ganze Weile gebraucht habe, um mit Ethan warm zu werden.

Nachdem ich mich aber einmal an die Perspektive dieser Geschichte und an ihren Protagonisten gewöhnt hatte, hat “Beautiful Creatures” wirklich richtig viel Spaß gemacht. Zum einen natürlich deshalb, weil ich Ethan, nachdem er mir einmal sympathisch wurde, wirklich durch und durch sympathisch fand. Und zum anderen vor allem deshalb, weil ich das gesamte Südstaaten Setting sehr faszinierend fand. Ein wenig hat natürlich auch das gesamte Magie-/Hexensystem zu meiner Begeisterung beigetragen.

Ein wenig hat mich “Beautiful Creatures” irgendwie an “Twilight” erinnert, nur eben mit gewechselten Seiten, da Ethan hier der 08/15-Teenager-Außenseiter ist während Lena das geheimnisvolle, zwischen Gut und Böse gefangene, übernatürliche Wesen ist. Glücklicherweise allerdings hat “Beautiful Creatures” dann doch deutlich mehr Tiefgang, eine eindeutig düsterere Atmosphäre, eine komplexere Handlung und vielschichtigere Charaktere, sodass sich dieser Vergleich dann doch schnell wieder verliert.

Alles in allem hat mir “Beautiful Creatures”, entgegen meiner Erwartungen und trotz anfänglicher Skepsis gegenüber Ethan, wirklich sehr gut gefallen und ich kann es gar nicht erwarten den zweiten Band zu lesen sowie den Film zu sehen. Auf jeden Fall eine dicke Empfehlung für alle Fans von YA-Urban Fantasy, bei denen es auch gerne einmal etwas düsterer sein darf.

Quelle: http://anima-libri.de/rezension/kami-garcia-und-margaret-stohl-beautiful-creatures-eine-unsterbliche-liebe