Astralprojektion mit etwas strangem Feeling

Auracle: Ein Mädchen, zwei Seelen, eine Liebe - Gina Rosati

Dieses Buch ist irgendwie, nun ja, in Ermangelung eines besseren Wortes, ‘strange’. Das gesamte Set-up inklusive Charaktere wirkte am Anfang irgendwie seltsam und war mir ziemlich suspekt, auch wenn ich keinen wirklichen Grund dafür nennen kann. Zwar sind Anna, Rei und Seth wirklich sympathisch und wirken von anfang an sehr realistisch, aber sie lassen sich einfach nicht einschätzen und dadurch ist es mir schwer gefallen mit ihnen warm zu werden.

 

Allerdings ist die Idee mit der Astralprojektion wirklich reizvoll und von der Autorin auch richtig ansprechend umgesetzt, sodass ich dieser ersten Distanziertheit zum Trotz weitergelesen habe und nach einer habe ich auch sehr gut in die Geschichte hinein gefunden, auch wenn ein wenig dieses strangen Gefühls die ganze Zeit über da geblieben ist.

Die Geschichte schwangt zwischen zwangloser Heiterkeit und melancholischer Gelassenheit, was manchmal einen etwas seltsamen Eindruck macht, alles in allem gelingt der Autorin die Balance allerdings relativ gut, sodass sich “Auracle” meist sehr locker und humorvoll lesen lässt. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Autorin hier ein bisschen viel des Guten an Problematiken rein geworfen hat.

So haben Anna und Co. nicht nur mit 08/15 Teenagerproblemen zu kämpfen und müssen die Unschuld ihres Freundes beweisen und irgendwie Taylors Seele aus Annas Körper heraus befördern, sondern Anna muss gleichzeitig auch noch mit ihrem alkoholkranken und mehr oder minder gewalttätigen Vater fertig werden. Letzteres war irgendwie ein bisschen zu viel des Guten.

Alles in allem hat “Auracle” wirklich Spaß gemacht, aber ein paar Dinge waren eben einfach ‘strange’, sodass es nicht für die vollen fünf Sterne gereicht hat.

Quelle: http://anima-libri.de/rezension/gina-rosati-auracle-ein-madchen-zwei-seelen-eine-liebe